Auslandspartnerschaften - Frankreich
Bist du fit für Europa? Fit sein für Europa heißt, Europas Sprachen zu verstehen und zu sprechen. Natürlich gehört auch Französisch dazu. Frankreich ist nämlich nicht nur ein schönes Reiseziel. Frankreich ist mehr: Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner, ein Nachbarland, mit dem sehr enge politische, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen gepflegt werden. Zu kaum einem anderen Land unterhält Deutschland mehr Handelsbeziehungen. Wirtschaftliche Institute, Behörden und Firmen beider Länder sind vernetzt. Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht, die äußerst klangvolle Sprache dieses Wirtschaftspartners zu erlernen.
Frankreich und Deutschland verbindet nicht zuletzt eine lange gemeinsame Geschichte. Die Zeiten der Konflikte sind passé. Eine Aussöhnung ist herbeigeführt. Dem wird durch vielfältige Austauschprogramme Ausdruck verliehen. Die besondere Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich gilt es aufrechtzuerhalten.
Dieses Ziel hat sich das Thomas-Morus-Gymnasium auf die Fahne geschrieben, indem es intensiven Kontakt mit zwei Partnerschulen in Frankreich pflegt. Dazu gehören ein Austauschprogramm mit dem Collège Roger Gaudeau in der Normandie sowie eine Partnerschaft mit dem Lycée Emmanuel Mounier in der Nähe von Paris.
Seit 1983 besteht die Verbindung mit dem Collège Roger Gaudeau in Les Andelys in der Normandie. Das traditionsreiche Austauschprogramm richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 und wird seit Beginn der Kooperation regelmäßig durchgeführt. Im Jahre 2003 wurde das 20jährige Bestehen dieses Austauschprogramms in Frankreich in würdigem Rahmen gefeiert.
Ergänzend zu diesem Angebot für die Sekundarstufe I konnte im Jahr 1999 das Lycée Emmanuel Mounier in Châtenay-Malabry im Süden von Paris für einen Austausch mit der Oberstufe gewonnen werden. Somit haben auch unsere Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit, an einem Austausch teilzunehmen.
Beide Programme bieten den Schülerinnen und Schülern die Chance, Frankreich vor Ort kennenzulernen und ihre Sprachkenntnisse im Land selbst erproben und vertiefen zu können. Auf diese Weise erhalten sie die Gelegenheit, am Leben einer französischen Familie sowie am Schulleben im Gastland teilzunehmen.
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Erfahrungsbericht 2012
Besuch in Paris
Am Mittwoch, dem 18.01.2012 ging es endlich los. Unsere Reisegruppe bestand aus 13 Schülern. Begleitet wurden wir von Frau Propf und von Frau Kleinewillinghöfer. Um acht Uhr traten wir unsere neunstündige Busfahrt an.
Je näher wir Paris kamen, desto größer wurde die Aufregung. Als wir endlich ankamen, wurden wir freundlich in Empfang genommen. Bei kleinen Snacks lernten wir unsere Austauschpartner kennen und besprachen das Programm für die folgende Woche.
Danach ging es ab in die Gastfamilien. Trotz der unterschiedlichen Erfahrungen in den Familien waren wir im Großen und Ganzen gut versorgt und wurden mit offenen Armen aufgenommen. Es gab immer viel leckeres Essen und wir haben an mehreren Ausflügen nach Paris und in die Umgebung teilgenommen.
Auf diese Eindrücke folgten weitere in der Schule und bei Ausflügen mit der Gruppe nach Paris.
Erstaunt waren wir darüber, dass sich der Unterricht in Frankreich stark von dem in Deutschland unterschied.
Der Schultag startete um acht Uhr und endete meistens um halb sechs. Dazwischen befand sich eine etwas längere Mittagspause, in der man sich in der Cafeteria versammelte und zusammen zu Mittag aß. Die Mitschüler unserer Austauschpartner waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen und höflich, während wir von einigen Lehrern eher einen anderen Eindruck bekommen haben. Sie waren sehr streng und laut. Außerdem war keine mündliche Leistung gefordert und vorhanden.
Auch das Äußere der Schule unterschied sich vom TMG. Die Klassenräume waren sehr bunt, allerdings lenkte uns dies oft vom Unterricht ab. Die Flure waren allerdings eher grau und die Toiletten waren sehr heruntergekommen.
Jedoch haben wir in dieser Woche einen guten Einblick in das Schulsystem der Franzosen bekommen.
Mit der Gruppe haben wir außerdem das Schloss von Versailles und den Louvre besichtigt.
Das Schloss hat uns alle sehr beeindruckt, da es sehr pompös und prachtvoll war. Mit Audioguides haben wir die einzelnen Zimmer erkundet und einen Einblick in das Leben von König Ludwig den XIV bekommen. Zudem haben wir interessante Fotos geschossen, die uns auch später noch an die Schönheit des Schlosses erinnern sollen.
Auch unser Ausflug zum Louvre war sehr interessant und wir haben etwas über die Kunst gelernt.
Das Highlight war natürlich die Mona Lisa, die wir uns allerdings größer vorgestellt hatten.
Da wir nach der Besichtigung noch etwas Zeit hatten, bevor wir uns auf den Rückweg machen mussten, konnten wir noch eine Crêperie aufsuchen und so bekamen einige von uns ihren ersten französischen Crêpe zu essen.
Die U-Bahnfahrten zu unseren Zielen verliefen oft chaotisch. Oft vertauschten oder verloren wir einige Tickets oder verfuhren uns und einmal gingen uns sogar zwei Schülerinnen verloren, die es allerdings, aufgrund ihrer ausreichenden französischen Sprachkenntnisse, schafften, sich zum Ziel durchzufragen.
Der Abschied von unseren Austauschpartnern und deren Familien war sehr emotional, da wir uns alle ins Herz geschlossen hatten. Ein kleiner Trost war allerdings, dass wir sie schon in zwei Wochen wieder sehen sollten.
Nach einigen Tränen, die vergossen wurden und gefühlten tausend Umarmungen und Küsschen links und Küsschen rechts mussten wir uns auf den Weg machen.
Im Gegensatz zur Hinfahrt waren wir dieses Mal um einiges entspannter.
Zu Hause angekommen, konnten wir dann endlich wieder unsere eigenen Freunde und Familien in die Arme schließen und ihnen von der tollen Zeit in Paris berichten.
Besuch aus Paris
Die zwei Wochen nach dem Austausch ohne unsere französischen Freunde gingen um wie im Flug.
Nach einer holprigen Telefonkette konnten wir kaum erwarten, dass unsere Austauschpartner ankamen. Die Wiedersehensfreude war groß und auch unsere Freunde und Familien freuten sich, die Franzosen kennen zu lernen. Wie schon wir bei unserem Besuch in Frankreich waren auch die französischen Schüler sehr gespannt darauf, unseren Alltag und unsere Häuser kennen zu lernen und auch sie waren verwundert über die großen Unterschiede.
Die Austauschpartner kamen alle gut mit unseren Familien klar und auch die Verständigung klappte fast immer sehr gut und wenn man mit Worten nicht weiter wusste, konnte man auf Pantomime zurück greifen.
Da die französischen Lehrer nur einen Ausflug mit der Gruppe nach Münster geplant hatten, war es für uns besonders wichtig, weitere interessante Aktivitäten mit unseren Austauschschülern zu unternehmen. Mehr Zeit für Unternehmungen blieb uns auch dadurch, dass der Unterricht und die Hausaufgaben weniger Zeit als in Frankreich in Anspruch nahmen.
Drei Tage haben die Franzosen an unserem Schulalltag teilgenommen und waren erstaunt, wie locker und freundlich das Lehrer-Schülerverhältnis in Deutschland ist.
In der ersten Stunde haben sie sich jeden Tag in der Gruppe getroffen und sich ausgetauscht.
Sie nahmen an allen Unterrichtsfächern teil und beteiligten sich auch am Sport. In den Mittagspausen aßen wir meistens alle zusammen in der Cafeteria, entweder Lunchpakete oder bestellten Pizza.
Nachmittags nahmen wir sie mit zu unseren Hobbys und ließen sie an unserem Familienleben teilhaben.
Oft unternahmen wir auch alle gemeinsam etwas mit der Deutsch-Französischen-Schülergruppe.
Einmal machten wir uns einen gemütlichen Abend im örtlichen Café, das den Franzosen sehr gut gefiel und auch den Gruppenzusammenhalt stärkte.
Einen weiteren Abend verbrachten wir alle zusammen auf der Bowlingbahn und bildeten deutsch französisch gemischte Gruppen die gegeneinander antraten. Den Abend ließen wir danach gemeinsam im Burger King ausklingen. Auch diese Aktivität schweißte uns enger zusammen.
Um die Franzosen gebührend zu verabschieden, organisierten wir eine Abschiedsparty bei einer deutschen Mitschülerin. Gemeinsam mit all unseren Freunden und Austauschpartnern hatten wir viel Spaß und es wurde eine gelungene Feier.
Am nächsten Tag hieß es dann allerdings früh aufstehen, zum Bus zu fahren und sich verabschieden. Dieser Abschied fiel uns noch viel schwerer als der erste, da es nun kein vorhersehbares Wiedersehen geben würde.
Der Austausch hat uns allen sehr viel Freude bereitet und brachte eine Menge neuer Erfahrungen und Eindrücke mit sich. Wir alle sind der Meinung, dass er sich sehr gelohnt hat und schon jetzt wird ein erneuter Besuch nach Paris in den kommenden Sommerferien geplant.
(Lena Schröder und Jana Quibeldey)